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Stellungnahme des
CJD Vorstands

Exzellenzkurse und Kompetenzkurse Integration individueller Begabungen

1. Einleitung

Begabungsförderung an der Christophorusschule im CJD Braunschweig bedeutet komplexe Persönlichkeitsbildung: Die Einzigartigkeit jedes Menschen mit seinen individuellen Begabungen und besonderen Entwicklungspotentialen bildet die Grundlage für eine ganzheitliche Pädagogik, die sich in ihrer ethischen Grundhaltung am christlichen Menschenbild orientiert. Individuelle Begabungen entdecken und fördern ist ein wichtiges Anliegen der Einrichtung. Die Bildungsangebote in den unterrichtlichen und außerunterrichtlichen Bereichen zielen auf individuelle und soziale Bildungsprozesse unter kognitiven, emotionalen, musischen, sportlich- motorischen und lebenspraktischen Perspektive Hierzu werden in der Qualifikationsstufe der Christophorusschule zusätzlich zu den üblichen Kursen mit erhöhtem bzw. mit grundlegendem Anforderungsniveau und Ergänzungskursen zwei Kursangebote unterbreitet. Dabei handelt es sich um Exzellenzkurse sowie um Kompetenzkurse. Beide werden im Folgenden beschrieben.

 

2. Exzellenzkurse als zusätzliches Wahlangebot in der Qualifikationsstufe

Exzellenzkurse sind ausgerichtet auf Schülerinnen und Schüler, die einen Unterricht wünschen, der eine besondere intellektuelle Herausforderung darstellt und die Ausprägung einer Anstrengungskultur erforderlich macht. Als Zielgruppe kommen damit Schülerinnen und Schüler aller Profile in Betracht, insbesondere, wenn sie über eine besondere Begabung oder eine allgemeine Hochbegabung verfügen.

 

2.1 Besondere Curricula

Exzellenzkurse verfügen über besondere Curricula, die eine „qualitative Erweiterung der Schulfachperspektive“ darstellen. Ihre Anforderungsprofile werden durch Akzeleration (höheres Lerntempo) und Enrichment (Anreicherung) bestimmt.
Die Akzeleration ermöglicht themenzentriertes Arbeiten auf hohem Niveau. Das Enrichment umfasst fachvertiefendes, projektbezogenes und/oder schulfachgrenzenüberschreitendes Arbeiten sowie die Wahrnehmung schulexterner Lernangebote.
Qualitätsanforderungen für Unterricht, wie sie in den Rahmenrichtlinien festgeschrieben sind, gelten in Exzellenzkursen als Basisqualifikation und Arbeitsgrundlage. Der Unterricht in Exzellenzkursen erhält seinen „qualitativ anderen“ Charakter u.a. dadurch, dass er in seinen Lernzielen deutlich „über“ den Anforderungen eines Kurses mit erhöhtem Anforderungsniveau (ehemals Leistungskurs) anzusiedeln ist. Dies zeigt sich u.a. an den folgenden Merkmalen:
  •  höherer Stellenwert des Anforderungsbereichs III (durchdachte und geordnete Auseinandersetzung mit komplexen Gegenständen mit dem Ziel selbständiger Erkenntnisse, Folgerungen, Deutungen, Gestaltungen und Urteile) 
  • tiefere Stoffdurchdringung (weitreichenderes theoretisches Verständnis hinsichtlich von Voraussetzungen, Hintergründen und Perspektiven zu einem Gegenstand)
  • komplexere Arbeitsgrundlage (z.B. Auseinandersetzung mit Sekundärliteratur, fachgrenzenüberschreitende Aspekte, Einbeziehung schulexterner Lernangebote)
  • höhere Eigenständigkeit und Eigenverantwortlichkeit bezüglich der Gestaltung von Lernprozessen (z.B. Vor- und Nachbereitung, Teilhabe an der Unterrichtsgestaltung, Bibliotheksarbeit und Präsentationstechniken)

2.2 Einbindung der Exzellenzkurse in die Qualifikationsstufe

Die Einrichtung von Exzellenzkursen erfolgt nach einer Kurswahl im 10. Jahrgang. Es werden mindestens 4 Exzellenzkurse angeboten. Je nach Wahl der Schülerinnen und Schüler kann möglicherweise auch eine höhere Anzahl von Exzellenzkursen angeboten werden.
Unter Berücksichtigung der für die Abiturprüfung notwendig abzudeckenden Aufgabenfelder A, B und C erfolgt im Regelfall eine Fachanbindung der Exzellenzkurse an Kurse mit erhöhtem Anforderungsniveau. Die Verteilung der Exzellenzkurse auf die entsprechenden Aufgabenfelder ist deshalb sinnvoll, weil so ein attraktives Kurswahlangebot entsteht.
Die Schülerinnen und Schüler können bis zu vier Exzellenzkurse belegen, die in der Regel anstelle von bzw. ergänzend zu Kursen mit erhöhtem Anforderungsniveau besucht werden. Sie laufen über 4 Semester, so dass sie als Abiturprüfungsfach gewählt werden können.
Durch Exzellenzkurse kann die Belegungsverpflichtung von Kursen mit erhöhtem Anforderungsniveau erfüllt werden. Daneben müssen die abiturrelevanten übrigen Kursverpflichtungen berücksichtigt werden.
Die Fächerzuordnung von Exzellenzkursen entspricht folglich weitgehend den angebotenen Kursen mit erhöhtem Anforderungsniveau. Je nach Vorwahl können Exzellenzkurse z.B. in Deutsch, Fremdsprachen, Mathematik, Naturwissenschaften, musische Fächer und Religion/Philosophie angeboten werden.
In Exzellenzkursen können Facharbeiten geschrieben werden, sofern dies unter den jeweils aktuellen schulorganisatorischen Vorgaben möglich ist.
Exzellenzkurse umfassen 4 Wochenstunden .

 

2.3 „Drehtürprinzip“

Der Zugang zu Exzellenzkursen wird der freien Wahl der Schülerinnen und Schüler im 10. Jahrgang überlassen. Es gibt keine besonderen Eingangskriterien. Jeder erhält die gleiche Ausgangschance – unabhängig von seiner „Vorgeschichte“.
Exzellenzkurse setzen auf die Motivation der Schülerinnen und Schüler. Grundlage ist das Vertrauen in die eigenverantwortliche Selbsteinschätzung. Ein intensives Beratungsangebot seitens der Schule hilft bei der Wahl.
Ein späteres Eintreten in einen Exzellenzkurs ist möglich, sofern Plätze vorhanden sind. Dies kann zu Beginn des 2., 3. und 4. Semesters geschehen.
Die Schülerinnen und Schüler erhalten die Möglichkeit, zum Ende eines Schulhalbjahres auf eigenen Wunsch einen Exzellenzkurs zu verlassen, um in den entsprechenden Kurs mit erhöhtem Anforderungsniveau zu wechseln.
Das Arbeitsverhalten wird kontinuierlich dokumentiert. Ein Verlassen eines Exzellenzkurses erfolgt unmittelbar, wenn bestimmte Anforderungen (Pünktlichkeit, Aufgabenerledigung, Anwesenheit) nicht erfüllt werden.

    1. Pünktlichkeit (unentschuldigtes verspätetes Eintreffen nach             der Lehrkraft)
    2. Aufgabenerledigung/Material (unvollständig bzw. fehlend)
    3. Anwesenheit (unentschuldigtes Fehlen)   

Drei Vermerke bewirken eine schriftliche Verwarnung. Nach fünf Vermerken erfolgt der Ausschluss. Die Zählung der Vermerke geschieht halbjahresweise.  Eine Rückkehr ist nicht möglich.

 

3. Kompetenzkurse als zusätzliches Wahlangebot in der Kursstufe

Kompetenzkurse sind ein zusätzliches Unterrichtsangebot an Schülerinnen und Schüler, die fächerübergreifend oder ohne Bindung an ein bestimmtes Unterrichtsfach
  • Methoden und Arbeitstechniken lernen oder auffrischen wollen
  • lebenspraktische Themen behandeln wollen
  • Defizite in einzelnen Bereichen ausgleichen wollen
  • zusätzliche Kenntnisse erwerben wollen
  • Schlüsselqualifikationen erwerben wollen.
  Als Zielgruppe sind Schülerinnen und Schüler aller Profile der Jahrgänge 10, 11 und 12 angesprochen. Es werden Hilfestellungen zur Bewältigung unterschiedlichster Problemfelder gegeben. Damit dient das Angebot auch der Steigerung der Anstrengungsbereitschaft von hoch begabten Schülerinnen und Schülern. Gleichzeitig soll dieses Angebot einfach interessant für Schülerinnen und Schüler sein. So dient es der Anreicherung des Bildungsprogramms der Christophorusschule mit allgemeinbildenden und kompetenzsteigernden Angeboten, die punktuell wahrgenommen werden können.

 

3.1 Die Struktur:

Die Kompetenzkurse werden außerhalb der Unterrichtszeit, also nach 15.30 Uhr, angeboten. Sie sind jahrgangsübergreifend organisiert. Die Kurse haben eine Laufzeit von 8 – 12 Wochen. Sie sind jeweils zwischen Sommer- und Weihnachtsferien sowie Weihnachts- und Osterferien angesiedelt. Diese Laufzeiten dienen dazu, unterschiedliche Interessen kurzfristig wahrnehmen zu können und Übungsbedarf kurzfristig und zielgerichtet zu begegnen. Es sind auch Blockveranstaltungen (zwei Tage) denkbar, wenn sich das Kursangebot für eine derartige zeitliche Struktur eignet. Die mögliche Angebotsstruktur findet sich in Anlage 1. Das tatsächliche Angebot richtet sich nach dem Wahlverhalten der Schülerinnen und Schüler. Die Kurse sollen überwiegend von Experten veranstaltet werden, die ihre Kenntnisse und Fähigkeiten von außen in die Schule einbringen.

 

3.2 Einbindung in die Oberstufe:

Die Teilnahme an Kompetenzkursen ist grundsätzlich freiwillig. Jeder Schüler erhält eine intensive Beratung am Ende der Jahrgangsstufe 9 oder am Beginn der Jahrgangsstufe 10. Im Zuge dieser Beratung wird festgestellt, in welchen Fächern möglicherweise Exzellenzkurse besucht werden können. Außerdem wird dem Schüler eine Empfehlung für den Besuch von Kompetenzkursen gegeben. In bestimmten Ausnahmefällen kann der Besuch von Kompetenzkursen verpflichtend sein. Die Beratung zielt aber in erster Linie darauf ab, eine Einsicht in den Nutzen oder gar die Notwendigkeit des Besuchs eines Kompetenzkurses zu wecken.
Die Wahl der Kompetenzkurse findet jeweils vor Beginn eines neuen Kompetenzkursabschnitts statt.
Es werden keine Zensuren erteilt. Die veranstaltende Fachkraft bestimmt aber die Kriterien für eine erfolgreiche Teilnahme am Kompetenzkurs.

 

4. Zertifizierung der Teilnahme an Exzellenzkursen und an Kompetenzkursen

Alle Schülerinnen und Schüler, die neben den regulären Anforderungen zur Abiturprüfung weitere Bildungsangebote der Christophorusschule wahrgenommen haben, erhalten ein Zertifikat mit entsprechender wertender Dokumentation als Zusatz zum Abiturzeugnis. Ein Hinweis auf die Testung als hoch begabt wird auf Wunsch in das Zusatzdokument aufgenommen.
 
J. Thierig                                                         Stand: 03.09.2010