Das CJD - Die Chancengeber CJD Braunschweig

Vier Fragen an den Neuen

01.04.2017 CJD Salzgitter « zur Übersicht

Einen Monat  ist es nun her, dass sich Wendelin Leinhäuser aus seinem Amt als Fachbereichsleiter Arbeit und Beschäftigung für die Werkstätten für Menschen mit Behinderung im CJD Salzgitter in den Ruhestand verabschiedete. Sein Nachfolger hat inzwischen seine Arbeit aufgenommen: es ist Kirk Chamberlain.

Und während Wendelin Leinhäuser auf eine langjährige erfolgreiche Karriere bei verschiedenen CJD Einrichtungen zurückblicken kann und auch vor seinem Amtsantritt mit dem CJD Salzgitter gut vertraut war, gilt es für seinen Nachfolger, das CJD in seiner ganzen Vielfalt  kennen zu lernen. Anfangen bei der CJD Einrichtung in Salzgitter bis hin zum CJD Deutschland mit seinen 150 Standorten. Auch für das gemeinsame Team der CJD Einrichtungen aus Braunschweig, Salzgitter und Wolfsburg beim nächsten Braunschweiger Firmenlauf am 23. August hat sich der großgewachsene Hobby-Sportler schon angemeldet. Und sich deshalb auch vorgenommen, sich in seiner Freizeit nicht nur aufs Mountain Bike zu setzen sondern auch vermehrt die Laufschuhe zu schnüren.
Ein Februar voller Austausch und Informationen liegen also hinter ihm. Ein guter Zeitpunkt für ein erstes Resümee mit vier Fragen an den Neuen.

Wenn nicht einmal alle Wege nach Rom führen, dann bestimmt nicht von London nach Salzgitter. Warum ausgerechnet der Lebensweg des Kirk Chamberlain?

Das ist sicher richtig. Jedoch bin ich als Sohn einer deutschen Mutter und eines englischen Vaters zwar bilingual, aber in der Lüneburger Heide aufgewachsen. Und nach meiner Ausbildung und einigen Jahren beruflicher Tätigkeit als staatlich geprüfter Erzieher habe ich dann mein Studium der Sozialpädagogik in Braunschweig erfolgreich abgeschlossen. Erst danach ging es nach London.

Meine Frau und unsere zwei Kinder leben schon seit einigen Jahren wieder in der Lüneburger Heide. Der Wunsch nach einem Ende dieser Fernbeziehungssituation war natürlich ein ausschlaggebender Grund, mich sozusagen in meiner alten Heimat nach einer neuen beruflichen Herausforderung umzuschauen.

Und warum haben Sie sich für die Stelle als Fachbereichsleiter Arbeit und Beschäftigung / Wohnen und Begleiten im CJD Salzgitter entschieden?

Das CJD Salzgitter erfüllt mit seiner anerkannten Werkstatt für Menschen mit Behinderungen (WfbM) sowie den Wohnangeboten erfolgreich einen zu Recht in der Gesellschaft verankerten und vom Sozialstaat eingeforderten Auftrag in dieser Region: Wir ermöglichen Menschen mit geistigen, psychischen, körperlichen sowie mehrfachen Beeinträchtigungen eine möglichst umfassende Teilhabe am Arbeitsleben und der Gesellschaft. Sich dafür engagieren zu können, erfüllt auch mich wirklich mit Freude.

Die Zugehörigkeit zu einer größeren Organisation, nämlich zum CJD Verbund Niedersachsen Süd-Ost sowie dem bundesweiten CJD empfinde ich als großen Vorteil. Die Leitgedanken des Christlichen Jugenddorfwerk Deutschlands e.V. (CJD) und die Zielsetzungen hier im Verbund zusammen mit dem CJD Braunschweig und dem CJD Wolfsburg geben eine gute Orientierung für unser gemeinsames Handeln. Ich kann mich damit voll identifizieren.

Das Management von Umstrukturierungsprozessen hat mich in den letzten Jahren beruflich auf vielfältigste Weise beschäftigt und viel Spaß gemacht. Ich bin zuversichtlich, dass ich in meiner jetzigen Position von meinen Erfahrungen profitieren werde.

Welche Parallelen und Unterschiede sehen Sie denn in Ihrem neuen Job?

Beruflich zog es mich –wie bereits erwähnt- Anfang 2005 nach England, wo ich über mehrjährige Stationen bei einer führenden Unternehmensberatung, zuletzt als selbstständiger Unternehmensberater, tätig war. Im Kern lagen meine Aufgaben darin, Stadt und Kommunalverwaltungen bei der strategischen Zukunftsausrichtung Ihrer Sozialen Dienste zu beraten, Umstrukturierungsmaßnahmen zu entwickeln und auch umzusetzen.

Durch viele gesellschaftliche und interne Veränderungsprozesse wird das CJD Salzgitter seine strategische Zukunftsausrichtung auch weiterhin neu gestalten müssen. Bei diesen Veränderungen gilt es, das  CJD Salzgitter für die Zukunft gut aufzustellen und zeitgleich an dem Guten der Vergangenheit festzuhalten. Und das bedeutet zuerst, ein Ort der Begegnung, Inklusion und des Miteinanders zu sein. Miteinander bedeutet aber auch, weiterhin ein verlässlicher Partner der regionalen Wirtschaft zu sein, der Produkte und Dienstleistungen wirtschaftlich attraktiv und wettbewerbsfähig gestaltet. Mit Blick auf vergleichbare Spannungsfelder habe ich den Wandlungsprozess sozialer Dienste in England als Unternehmensberater begleitet.

In meiner neuen Position als  Fachbereichsleiter  Arbeit und Beschäftigung / Wohnen und Begleiten im CJD Salzgitter bin ich nun in Deutschland direkt im Herzen dieses sozialen Wandels tätig und nicht in England als Berater einer Institution wie dem CJD Salzgitter primär unterstützend tätig. Zwei wesentliche Unterschiede, die von mir durchaus so gewünscht sind.

Ich bin zudem wieder näher dran an den Menschen, für die ich mich tagtäglich engagiere: mehr Sozialpädagoge und weniger Manager auf strategischer Ebene. Auch das ist durchaus von mir so gewünscht.

Und für die positive Neugier, welche mir Tag für Tag von den Beschäftigten in den Werkstätten entgegen gebracht wird, bin ich einfach dankbar, genauso wie für die konstruktive Unterstützung des Kollegiums bei der Einarbeitung. Das darf gerne so weiter gehen.     

Wie würden Sie ihren Arbeits- und Führungsstil beschreiben?

Demokratisch bestimmt, geprägt vom Zuhören, jedoch zielgerichtet und richtungsweisend. Denn klare Entscheidungen geben Sicherheit und Halt, wenn sie sinnhaft und gut begründet sind. Für mich ist es wichtig, den Unterschied zwischen guter Führung und Management zu leben. Führung sieht ihre Aufgabe darin, so zu agieren, dass Mitarbeiter aus eigenen Stücken folgen möchten. Management hingegen befasst sich damit, die langfristige strategische Perspektive im Auge zu haben und darin manchmal auch Mitarbeitende in Aufgaben zu bringen, die diese ganz unmittelbar noch nicht gut akzeptieren können. Beides ist in gewissem Maße notwendig, die Kunst ist es, das Eine vom Anderen zu unterscheiden und in gesunder Balance zu praktizieren.